Trauer

Wenn ein nahe stehender, geliebter Mensch stirbt, ist das sehr schmerzvoll und kann die innere Welt völlig erschüttern. Plötzlich stimmt nichts mehr. Sicherheiten brechen weg und der Alltag läuft nicht mehr in geordneten Bahnen. Und immer wieder die Frage: bin ich noch normal?

Männer trauern häufig anders als Frauen. Es fehlt an Vorbildern für den männlichen Weg zur eigenen Trauer. Wie geht ein Mann schmerzerfüllt und dennoch souverän seine Trauer an, wann ist der richtige Zeitpunkt, sich Hilfe zu holen?

Trauer ist keine Krankheit – Trauer ist Trauer. Trauer zeigt verschiedene Gesichter. Die Trauer ist bei jedem Menschen unterschiedlich in ihrer Art, Länge und Intensität. Unterschiedliche Phasen wechseln einander ab. Das hat mit der eigenen Persönlichkeit und der Verbindung zur verstorbenen Person zu tun. Was „erledigt“ schien, kann wiederkommen. Eine Frage, die viele umtreibt: Wie gehe ich auf der Arbeit mit meiner neuen Situation um? Wie soll ich meine Arbeit überhaupt schaffen?

Manchmal wissen Trauernde nicht, wie sie mit diesen Gefühlen umgehen sollen. Vielleicht unterstützt das Umfeld anfangs, drängt dann aber bald, mit der Trauer fertig zu werden und wieder „normal“ am Leben teilzunehmen. Oder es fehlt an Ideen, unserer Trauer Ausdruck zu verleihen, um ihr auf diese Weise den angemessenen Platz einzuräumen. Manches Verhalten erscheint uns selbst merkwürdig und unverständlich, ist aber tatsächlich nichts anderes als eine Überlebensstrategie.

Der Trauerweg ist ein aktiver Weg, auf dem wir mit Ohnmacht, Sehnsucht, Schmerz, Dankbarkeit und Liebe konfrontiert werden können. Die Trauerbegleitung kann helfen, diesen Trauerweg auszuhalten und für sich selbst gut zu gestalten. Sterben ist nicht „Einschlafen“ oder „Gehen“. Sterben ist endgültig. Es gilt, den Verlust des Menschen im Laufe einer angemessenen Zeit annehmen zu können. Dann kann eine gute Verbundenheit zu dem verstorbenen Menschen bleiben und das eigene Leben wird wieder reich und bunt.